Max Paul Maria: Manifest eines Festgesetzten

max-paul-maria-figurines-cover“Wer statt Gedudel Musik, statt Vergnügen Freude, statt Geld Seele, statt Betrieb echte Arbeit, statt Spielerei echte Leidenschaft verlangt, für den ist diese hübsche Welt hier keine Heimat … ” heißt es im Steppenwolf von Hermann Hesse. Und Max Paul Maria scheint einer dieser Heimatlosen zu sein. Zumindest beschleicht einen dieser Gedanke nach dem Hören des neuen Albums des jungen Musikers. Drei Jahre nach Erscheinen des Debüts “Miles & Gallons“ veröffentlicht das Label DevilDuck Records nun mit “Figurines“ dessen gelungen konsequentes Nachfolgewerk. Darauf zu finden: mehr Band, mehr Sound, mehr Rauheit, mehr Geste und mehr künstlerische Aufrichtigkeit. War “Miles & Gallons“ das Reisetagebuch eines rastlosen Drifters, so wirkt “Figurines“ wie das in die Zellenwand gekratzte Manifest eines festgesetzten Vagabunden. Aufgenommen in DIY-Manier – in der selbstauferlegten Isolation der Berliner Wohnung – beschreibt der Langspieler ähnlich wie sein Vorgänger ein Gefühl von Rastlosigkeit und eine Sehnsucht nach einem intensiveren Leben. Jedoch spürt man hier noch deutlicher eine Zerrissenheit, eine dunkle Melancholie, eine Wut auf das Ungenügen in Kultur und Gesellschaft, eine verzweifelte Suche nach einer Insel im tosenden Meer der postmodernen Welt. “Still I don’t know where to go now, through all imaginary landscapes“ heißt es entsprechend im Opener. Weitere Infos gibt es hier.