Sören Vogelsang: Vertonte Kompromisslosigkeit mit einem Schuss Verschmitzheit

Sören Vogelsang - Fernweh - Cover
“Fernweh” ist vor allem eines: ein sehr persönliches Album. Der Wahlberliner Sören Vogelsang erzählt darin von seinem unstillbaren Verlangen, die Welt zu entdecken, das ihn bisher durch Südamerika, Afrika und nach Asien geführt hat. Neben den dort gesammelten Eindrücken und Erlebnissen geht es aber auf dem Langspieler vor allem um die Reise nach innen, um das Bestreben, sich selbst zu erforschen. Vogelsang zeigt sein Herz, seine Verletzlichkeit, seinen Frust. Mal in leisen, fast zerbrechlichen Tönen wie im “Abschiedslied”, in dem er seiner großen Liebe Lebwohl sagt. Und mal benutzt er laute, explizite Worte wie in “Fick dich”, in dem er uns nur all zu bekannte alltägliche Situationen schildert, die einen zur Weißglut treiben. Musikalisch kommen zu seiner Gitarre fast immer Bass, Cajon und Streicher hinzu, zuweilen gibt es Akkordeon und Klavier und sogar Saxofon- oder E-Gitarren-Soli. Im Opener des Albums „Ich bin ich“ singt er: „Tief in mir drin bin ich Punker im Herzen.“ Im Refrain dann heißt es, er sei „nur ein Mensch wie jeder hier.“ Bei all der Kompromisslosigkeit, der Nähe, der Intimität, bei all der Poesie und all dem Herz auf “Fernweh” aber ist klar: Sören Vogelsang ist mehr. Er ist einer, der sich herauswagt. Der Grenzen auslotet. Der in die Ferne schweift. Der nicht nur redet, sondern macht. Nicht nur erlebt, sondern davon singt. Und das mit Herz, mit Berliner Schnauze – und meist mit einem gesunden Schuss Verschmitztheit. Weitere Infos gibt es hier.