„I Wanted You“ von FUTURE ZOO drückt widersprüchliche Gedanken und Gefühle einer sich in Auflösung befindlichen Liebesbeziehung aus. Obwohl diese im Grunde schon endgültig zerbrochen ist, wird verzweifelt die Vorstellung aufrechterhalten, sie könne dennoch weiter fortgesetzt werden. Diese melancholische Stimmung wird im Song mit einem treibenden Beat unterlegt, der das Stück eröffnet und abschließt.
Die Atmosphäre von „I Wanted You“ ist außerdem beeinflusst von den äußeren Umständen seines Entstehens: die berüchtigte Kälte und Düsternis eines winterlichen Berlins. Musikalisch ist der Titel klassischer Alternative Pop / Alternative Rock mit Gitarren- und Synth-Sounds, die an die Phase des New Wave / New Romantic der frühen 80er Jahre erinnern. Nicht klassisch hingegen ist das Arrangement: es folgt nicht dem üblichen Schema, sondern die Intensität wird kontinuierlich bis zum Schluss gesteigert.
Das in Berlin ansässige junge ukrainische Filmteam „Symphonies of Oddity“ zeichnet verantwortlich für die Realisierung des Musikvideos von „I Wanted You“. Es übersetzt den Song auf kongeniale Weise in die passende Bildsprache. Inhaltlich wird das Thema aufgegriffen und weitergesponnen: die Trauer über die zerbrochene Beziehung schlägt um in Wut und es kommt zu einem letzten emotional aufgeladenen Showdown.
Mit Milde und Sanftheit gelingt es hier der weiblichen Figur, den zerstörerischen Zorn des Protagonisten in eine Form von Erlösung zu verwandeln. Die Szenen des Clips wirken in ihrer physischen Präsenz bedrohlich und bauen dadurch unmittelbar Spannung auf, unterstützt vom treibenden, kraftvollen Beat. Die melancholische Grundstimmung des Stückes steht dazu in reizvollem Kontrast.
„I Wanted You“ ist darüber hinaus der Opener des im letzten Jahr erschienenen Debütalbums „Karmazonia“. Die Band bezeichnet ihn als ihren „Signature Song“, da er ihrem musikalischen Kern am nächsten kommt. Jeder der zwölf Titel des Langspielers ist sehr unterschiedlich, dennoch wirkt die Zusammenstellung insgesamt homogen. Zusammengehalten durch die Songreihenfolge (ja, es lohnt sich, Alben einfach mal durchzuhören), der großartigen Stimme von Markus Schultze und den Klängen, die stilistisch von der Musik der 80er und 90er Jahre inspiriert sind. Weitere Infos gibt es hier.
